G. F. Ris (1928 - 2005)
Retrospektive zum 80. Geburtstag
Eröffnung am Freitag, 25. April, 19.00 Uhr
Begrüßung: Dr. Hans M. Schmidt
Einführung: Dr. Boris von Brauchitsch
Irmela Bossler spielt Soli für Flöte von Johann Sebastian Bach und André
Jolivet.
„Es bedarf einer geradezu kontemplativen Grundeinstellung, um in die Innenspannung
dieser komplexen Gebilde einzutreten. Die Freude, die sich dann
einstellt, ist tief.“ (Hans Zender)
Dauer der Ausstellung: 26. April bis 31. Mai 2008
Stimmen zu G. F. Ris
Die Gebilde von Ris sind ohne Zweifel ein Bekenntnis zur reinen Idee des Schönen und Vollendeten, als dem Gegenpol zum Chaotischen der alltäglichen Erfahrung. Doch scheint mir ihre Stärke darin zu liegen, daß sie trotz aller Kühle nicht asketisch wirken, sondern Rationales und Sinnliches, Berechnung und Phantasie zu vereinen wissen. Sie verkörpern eine absolute Wirklichkeit, die die Vollkommenheit des Natürlichen besitzt, ohne im geringsten an Naturgegenstände zu erinnern.
Günter Aust, 1965
Im Aufbegehren gegen starre Regeln muß die Skulptur ihre Freiheit erringen. So ist jedes Thema der Ris'schen Plastik eine Auseinandersetzung zwischen Bewahren der bildhauerischen Tradition und dem Willen zur Erschütterung, zum Infragestellen des überlieferten Kanons. Sie vergegenwärtigt Ruhe und Bewegung, läßt Raumvolumen und Massenvolumen sich durchdringen und weist im Dualismus ihrer Existenz über sich hinaus zur Aufgabe der Bildnerei hin: die Situation des Menschen im Raum zu deuten, indem sie seine Körperform gegen den aggressiven Raum verteidigt.
Eduard Trier, 1966
Zunächst erprobt Ris die Einbeziehung des Lichtes nicht mehr nur als materialbedingtes Reflektieren der Sonne oder einer künstlichen Beleuchtung von außen, sondern er macht eine Wand, die in sich Neonröhren aufnimmt und daher selbst Licht aussendet, sei es in den Außenraum oder in einen Innenraum. Das bringt im Einzelfall eine Umkehrung der plastisch-räumlichen Beziehungen mit sich und läßt in der Transparenz nunmehr die Tiefe ahnen, die den diesseitigen Raum intensiv "durch die Wand hindurch", in den Innenraum der Wand und in der Vorstellung weiter nach jenseits, fortsetzt.
Dierk Stemmler, 1973
Innerhalb der Relativierung aller Formwerte bleibt die Präzision der Empfindung letzte Instanz. Es scheint, als wollte Ris in den transparenten Gehäusen aus farbigem Plexiglas, Spiegelung von Innenbereichen der Ordnung, diese Aussage bekräftigen.
Joachim Heusinger von Waldegg, 1994
Seine Werke stellen einen hohen Anspruch an den Betrachter, sie verlangen entschiedene Konzentration und innere Ruhe. Es gibt hier keine groben Reize, auch keine den Intellekt bestechenden Vertracktheiten. Es bedarf einer geradezu kontemplativen Grundeinstellung, um in die Innenspannung dieser komplexen Gebilde einzutreten.