RUPPRECHT GEIGER zum 100sten Geburtstag
Die Energie der Farbe. Multiple Arbeiten der letzten 50 Jahre
Eröffnung am Mittwoch, 23. Januar 2008, 19 bis 21 Uhr
Begrüßung: Dagmar Weste
Einführung: Elisabeth Wynhoff MA, Kuratorin der Ausstellung
Dass Kreativität nicht eine Frage des Alters ist, beweist der 1908 in München geborene und lebende Maler und Grafiker Rupprecht Geiger. Bis heute ist seine Schaffenskraft ungebrochen: der Dialog und das Kräfteverhältnis zwischen Form und Farbe, Farbe und Fläche, Farbe zu Farbe werden in den Werken immer wieder neu ausgelotet und interpretiert. Dabei ist ihm das Arbeiten in Editionen ein spezielles Anliegen, das er seit den 60er Jahren intensiv verfolgt.
Dauer der Ausstellung: 24. Januar bis 8. März 2008
Biografie Rupprecht Geiger
Rupprecht Geiger wird am 26. Januar 1908 als einziges Kind des Malers und Grafikers Willi Geiger in München geboren. Seine Kindheit und Jugend verbringt er in München und den Voralpen Oberbayerns. 1924 geht die Familie für ein Jahr nach Spanien, wo Geiger das Colegio alemán in Madrid besucht und seinen Vater auf Reisen durch Andalusien, zu den Kanarischen Inseln und nach Marokko begleitet. Bereits zu dieser Zeit beginnt Geiger zu zeichnen und zu aquarellieren. 1926, ein Jahr nach der Rückkehr aus Spanien, tritt er in die Architekturklasse von Eduard Pfeiffer an der Kunstgewerbeschule in München ein. 1935 absolviert er das Schlussexamen als Architekt und verbringt ein halbes Jahr mit seinem Vater in Rom. Fortan arbeitet Geiger in einem Münchner Architekturbüro, bis er 1940 an die Front in Russland eingezogen wird. In dieser Zeit entstehen dunkeltonige Landschaftsaquarelle. 1942 kommt Geiger für kurze Zeit wieder nach Deutschland und beginnt durch Vermittlung seines Vaters als Kriegsmaler in der Ukraine und später in Griechenland zu arbeiten. Nach Kriegsende kehrt Geiger nach München zurück. 1948 wird sein erstes abstraktes Bild im Salon des Réalitées Nouvelles in Paris ausgestellt. Ein Jahr später gründet er zusammen mit Baumeister, Matschinsky-Denninghoff und Winter die Gruppe ZEN 49. 1952 entdeckt Geiger die Serigrafie als selbstständiges Medium und geeignete Ausdrucksform seiner Kunst und ihrer Verbreitung. In den Jahren 1959, 1964, 1968 und 1977 nimmt Geiger an der documenta in Kassel teil. 1962 gibt er seine Tätigkeit als Architekt ganz auf, um sich ausschließlich der Malerei zu widmen. 1965 wird er als Professor an die Düsseldorfer Kunstakademie berufen; die Professur nimmt er bis 1976 wahr. In diese Zeit fällt der Beginn der Arbeit mit der Spritzpistole und Leuchtfarben, was für ihn charakteristisch wird. 2002 ist er Vertreter Deutschlands auf der Bienal de São Paulo zusammen mit Franz Ackermann. Geiger lebt und arbeitet in München. Mit seinen abstrakten Farbkompositionen ist er einer der Hauptvertreter der konkreten Farbfeldmalerei in Deutschland.
PRESSEINFORMATION
Die Gesellschaft für Kunst und Gestaltung zeigt die Ausstellung :
Rupprecht Geiger zum 100sten Geburtstag. Die Energie der Farbe. Multiple Arbeiten der letzten 50 Jahre
24. Januar bis 8. März 2008, Eröffnung : 23. Januar 2008, 19-21 Uhr
Dass Kreativität nicht eine Frage des Alters ist, beweist der 1908 in München geborene und lebende Maler und Grafiker Rupprecht Geiger. Bis heute ist seine Schaffenskraft ungebrochen: der Dialog und das Kräfteverhältnis zwischen Form und Farbe, Farbe und Fläche, Farbe zu Farbe werden in den Werken immer wieder neu ausgelotet und bestimmt. Geiger gehört zu den bekanntesten und einflussreichsten Künstlern der Nachkriegszeit. In den Jahren 1959 bis 1977 nahm er regelmäßig an der documenta in Kassel teil; von 1965 bis 1976 hatte er eine Professur für Malerei an der Düsseldorfer Akademie inne – was seine starke Verankerung im nordrhein-westfälischen Raum erklärt. Mit seiner radikalen Konzentration auf die Farbe – "Es geht mir um die Farbe, nur um die Farbe und deren Erkennbarkeit" (Geiger, 1970) – und die Reduzierung auf einfache Formen, gilt Geiger als Hauptvertreter und als eine der prägendsten Persönlichkeiten der konkreten Kunst in Deutschland. Daher ist es der Gesellschaft für Kunst und Gestaltung mit ihrem Schwerpunkt auf konkreter und konstruktiver Kunst ein besonderes Anliegen, Rupprecht Geiger aus Anlass seines 100sten Geburtstages zu ehren und die Besonderheit seiner Farbauffassung und Arbeitsweise ins Bewusstsein zu rücken. Denn auch wenn Raum und Form in seinen Arbeiten wichtige Stellenwerte einnehmen, so ist es doch die Farbe, die für ihn "geistige Materie", "Leben, Energie, Kraft" bedeutet. Besonders deutlich wird dies bei den verwendeten Leuchtfarben mit ihrer charakteristischen Abstrahlpotenz. Sie thematisieren die Farbe als Energieträger, als Lichtquelle.
Das Arbeiten in Editionen ist Geiger ein spezielles Anliegen, das er seit den 60er Jahren intensiv verfolgt. So entstanden Mappenwerke, Künstlerbücher, Grafikfolgen und kleine dreidimensionale Wandobjekte. Es ist das Besondere der Druckfarbe, das Geigers Farbverständnis entgegenkommt und in dem demokratisch angelegten Medium des Drucks Verbreitung findet.
Die Präsentation in der Gesellschaft für Kunst und Gestaltung beinhaltet etwa vierzig grafische Blätter, Künstlerbücher und Objekte aus Geigers gesamter Schaffensphase von der Mitte der fünfziger Jahre bis heute. Leihgeber sind das Atelier Rupprecht Geiger in München, Galerien und Privatsammlungen. Die Ausstellung wird finanziell unterstützt durch die Stiftung Kunst der Sparkasse in Bonn. Während der Ausstellung werden das kürzlich erschienene Werkverzeichnis der Druckgrafik (Prestel-Verlag), ein Doku-CD-Katalog sowie zwei Editionen von Rupprecht Geiger angeboten. Die Ausstellung wird kuratiert von der Bonner Kunsthistorikerin Elisabeth Wynhoff.
» Artikel des General Anzeiger Bonn