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Die Sammlung von Hans-Peter Riese

Mit der Ausstellung 'Mit konkreter Kunst leben' startet die Gesellschaft für Kunst und Gestaltung eine neue Reihe, die künftig in größeren Abständen Privatsammlungen ungegenständlicher und insbesondere konkret-konstruktiver Kunst vorstellen wird. Außer der Qualität gilt dabei das Augenmerk dem privaten Engagement des jeweiligen Sammlers und seiner spezifischen Beschäftigung mit einer Kunst, die sich traditionell von Moden und Marktgeschehen weitgehend unabhängig zeigt. Wie bei jeder guten Sammlung gilt dabei auch hier, dass eine von persönlichen Neigungen geprägte Kennerschaft und Entdeckerfreude Werke bekannter wie auch weniger bekannter Künstler enthält, was nicht nur einen neuen Blick auf das Vertraute, sondern zudem neue Begegnungen und Entdeckungen ermöglicht, die oft sehr viel direkter und unmittelbarer sind als im Museum.

Diese Behauptung unter Beweis zu stellen, eignet sich die Sammlung des bekannten Kulturjournalisten Hans-Peter Riese in besonderem Maße. In ihr dokumentiert sich seine jahrzehntelange Leidenschaft für die konkret-konstruktive Kunst, die untrennbar verbunden ist mit der Freundschaft zu vielen Künstlern, ebenso wie seine fundierten Kenntnisse, wie zudem unzählige Bücher und Aufsätze seit den 1960er Jahren eindrucksvoll belegen. Insbesondere sein ausgeprägtes Interesse an Osteuropa hat der Sammlung eine unverwechselbare Gestalt verliehen.

Mit der 2008 in Erinnerung an seine verstorbene Frau Michaela Riese gegründeten Stiftung von ca. 30 Mappenwerken im Kunstforum Osteuropäische Galerie Regensburg profitiert inzwischen auch die Öffentlichkeit von seinem Engagement für die konkret-konstruktive Kunst und seinen Freundschaften über kulturelle und politische Grenzen hinweg.

In der Gesellschaft für Kunst und Gestaltung wird eine Auswahl aus den grafischen Arbeiten der Michaela Riese-Stiftung erstmals zusammen mit Originalen aus der Privatsammlung von Hans-Peter Riese und Marita Knipper der Öffentlichkeit vorgestellt:

Konkrete Poesie von Jíří Kolář, Bilder von Frank Badur, Heijo Hangen, Francisco Infante, Jan Kubiček, Arnulf Letto und Zdenek Sýkora sowie plastische Arbeiten von Hartmut Böhm, Milan Dobeš, Eberhard Fiebig Arnulf Letto, Karin Radoy, Klaus Staudt und Friedhelm Tschentschner ergänzen, variieren und erweitern den Dialog zwischen Farbe und Linie mit Mappenwerken von Lohse und Urbasék, von Kubiček, Sýkora und Thomas sowie mit der Mappe 'Eleven from Middle Europe'.

Der Journalist und Kunstsammler Hans Peter Riese

Die erste Station seiner journalistischen Laufbahn in den sechziger Jahren war die legendäre Studentenzeitschrift ‚Diskus‘. Hans-Peter Riese, der schnell wegen seiner Kompetenz im Umgang mit zeitgenössischer Kunst auffiel, wurde 1968 von der ‚Frankfurter Allgemeine' als Kunstkritiker abgeworben, und ist ihr bis heute verbunden geblieben.

Bereits 1969 ging er für den Deutschlandfunk als Korrespondent nach Prag. Nach vier Jahren wurde er wegen seines Umgangs mit Dissidenten und nonkonformistischen Künstlern des Landes verwiesen. Weitere Stationen waren: Hörfunkkorrespondent in Moskau - Chefredakteur des Hessischen Rundfunks - ARD-Korrespondent in Washington ab 1999.

In seine Moskauer Jahre fielen Gorbatschows Perestroika und das Reaktorunglück von Tschernobyl.

In seinem Buch ‚Der Griff nach der Vierten Gewalt‘ setzte sich Riese für einen unabhängigen, staatsfernen Journalismus ein. Für sein Engagement auf diesem Gebiet wurde er 1985 mit dem Fritz-Sänger-Preis ausgezeichnet. Im Mai 2003 erhielt er den deutsch-amerikanischen Medienpreis der Steuben-Schurz-Gesellschaft für tatsachengetreue, faire und unabhängige Amerika-Berichterstattung.

Mit freundlicher Unterstützung von:
Kunststiftung der Sparkasse Bonn
Carl Knauber Holding GmbH & Co KG