Fotoarbeiten von Inge Dick I Barbara Dörffler I Haubitz + Zoche I Sabine Richter
16. Juli – 28. August 2011
Raumbilder – Bildräume
Die Ausstellung stellt vier Positionen vor, in denen mit der lichtmalerischen Potenz der Fotografie die Unbestimmbarkeit des Raumes thematisiert wird.
Bei Inge Dick (*1941, Wien) ist es der unfassbare Raum des Himmels, den sie seit Ende der 1990er Jahre in Fotoserien wie ‚blau, unendlich’ oder wie in der hier gezeigten 12-teiligen Arbeit ‚Bleu de Ciel’ (1999) als Farbraum erforscht. Das Foto des scheinbar monochromen Himmelsblau zeigt sich in der schrittweisen Annäherung in die Tiefe als vielfarbig und komplex, bis schließlich das reine Blau einzelner Pixel erneut eine Monochromie entstehen lässt.
Aus dem vielfältigen fotografisch-installativen Werk von Sabine Haubitz (*1959, Nördlingen) + Stefanie Zoche (*1965, München) sind vier Leuchtkästen aus der Serie ‚Wasserspiegel’ (2000 ff.) zu sehen, die in öffentlichen Schwimmbädern entstanden sind. Die Fotos machen einen gebauten Raum ästhetisch sichtbar, der als solcher kaum erfahrbar ist und im Allgemeinen so auch nicht wahrgenommen wird. Die Spiegelung des Unterwasserraumes auf seiner Oberfläche führt zu einer Doppelung, die mit dem formal strengen Aufbau des Licht- und Farbraumes zugleich seine Unauslotbarkeit unterstreicht.
Die malerisch wirkenden Schwarzweißfotos von Barbara Dörffler (*1962) entstehen ganz traditionell in der Dunkelkammer als Unikate auf Barytpapier. Auf ihnen sind Räume bzw. Raumformen oder -modelle angedeutet, denen jede Maßstäblichkeit entzogen ist. Der formal strenge Aufbau verliert über eine subtile Führung von Licht und Schatten das Definierbare, der Tagesdämmerung vergleichbar. Mit den Fragen des Betrachters nach der Beschaffenheit des Raumes und seiner Erfahrbarkeit als real, imaginär oder erinnert werden sie zu Projektionsflächen subjektiver Raumerfahrung.
Sabine Richter (*1959, Coburg) wiederum agiert aus der reinen Betrachtung heraus, wenn sie vorgefundende Räume bzw. räumliche Situationen in einem bestimmten Licht fotografiert, so dass der reale und erkennbare Raum durch Lichtreflexion oder Spiegelungen der Umgebung plötzlich irreal und unfassbar erscheint. Dabei handelt es sich um zwar flüchtige, aber deshalb nicht minder existente Dimensionen von Raum, die unserer Wahrnehmung meist entgehen. In der Arbeit ‚screen’ wiederum lassen sich die Reflexionen des wandernden Lichts auf einer metallischen Oberfläche in 250 hintereinander geschalteten Einzelbildern über einen ganzen Tag lang verfolgen.
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